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Seismische Tomographie (Refraktion/Reflexion) für Baugrunduntersuchungen in Neuss

Solide Grundlagen. Solide Entscheidungen.

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Die Anwendung der seismischen Tomographie in Neuss folgt den Vorgaben des Eurocode 7 (DIN EN 1997-2:2010-10) für geotechnische Erkundungen, ergänzt durch die Empfehlungen des Arbeitskreises Baugrunddynamik. Im Stadtgebiet mit seinen quartären Lockersedimenten, insbesondere den mäandrierenden Rinnenfüllungen eines verlandeten Rheinarmes, liefert das Verfahren eine durchgehende Abbildung des Untergrundes. Während der Sondierungen mit der CPT-Sonde punktuelle Tiefeninformationen generieren, deckt die Tomographie flächenhaft Inhomogenitäten auf, die für die Gründung von Bauwerken im Rhein-Kreis Neuss entscheidend sind. Die Kombination aus Refraktions- und Reflexionsseismik erlaubt es dem auswertenden Ingenieur, sowohl flach liegende als auch tiefer reichende Grenzflächen sicher zu identifizieren.

Die seismische Tomographie wandelt Laufzeitdaten in ein belastbares Kompressionswellenmodell um – für Neusser Baugrundgutachten der entscheidende Schritt zur Homogenbereichsbildung.

Unsere Leistungsbereiche

Ablauf und Umfang

Die Baugrundverhältnisse zwischen Neusser Innenstadt und dem Hafengebiet unterscheiden sich geologisch markant. Im zentrumsnahen Bereich dominieren sandig-kiesige Hochflutablagerungen des Rheins mit kompakten Terrassenkiesen in wenigen Metern Tiefe, während im Hafengebiet mächtige, setzungsempfindliche Beckenschluffe und Auelehme eine seismische Differenzierung erschweren. Genau hier zeigt die Tomographie ihre Stärke: Sie bildet den Übergang von locker gelagerten zu dicht gelagerten Schichten als Gradientenzone ab und liefert so die Basis für eine fundierte Bewertung der Böschungsstabilität bei tiefen Baugruben. Ein zusätzlicher Nutzen entsteht, wenn die P-Wellen-Daten mit einer MASW-Auswertung kombiniert werden, um die scherwellenbasierte Steifigkeit des Baugrunds zu quantifizieren.
Seismische Tomographie (Refraktion/Reflexion) für Baugrunduntersuchungen in Neuss
Technische Referenz — Neuss

Lokaler geotechnischer Kontext

Zum Einsatz kommen vernetzte Geophon-Auslagen mit 48 bis 72 Kanälen und eine beschleunigte Impulsquelle, die im Neusser Stadtgebiet aufgrund der nahen Wohnbebauung oft als elektrodynamischer Schwingungserreger ausgeführt wird. Die größte Fehlerquelle liegt nicht im Gerät, sondern in einer unzureichend langen Auslage: Ist der Offset zwischen Quelle und letztem Geophon zu kurz, wird die kritische Refraktion aus dem tieferen Kieshorizont nicht registriert und der Baugrund erscheint fälschlich homogen weich. Bei reflexionsseismischen Messungen in Neuss muss zudem die starke Dämpfung durch oberflächennahe, organische Weichschichten berücksichtigt werden, die das hochfrequente Signal verschlucken und eine spezielle Stapelungsroutine im Processing erfordern.

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Geltende Normen

DIN EN 1997-2:2010-10 – Eurocode 7: Geotechnische Erkundung und Untersuchung – Teil 2: Erkundung des Baugrunds, DIN 4020:2010-12 – Geotechnische Untersuchungen für bautechnische Zwecke, DGGT-Empfehlung Nr. 19 – Seismische Tomographie für Baugrunduntersuchungen

Technische Parameter

ParameterTypischer Wert
VerfahrenRefraktions- und Reflexionstomographie (P-Wellen, optional S-Wellen)
Einsatzbereich in NeussQuartärbasis, Rinnenfüllungen, Störungsdetektion Erft-Scholle
Erkundungstiefe (Refraktion)Bis ca. 40 m u. GOK bei 120 m Auslage
Vertikale Auflösung0,5 m bis 2 m, abhängig vom Geophonabstand
Berichtsformat2D-Tomogramm als ASCII-Grid und farbkodierter Profilschnitt
Normativer BezugDIN EN 1997-2, ergänzend DGGT-Empfehlung Nr. 19

Häufige Fragen

Welche Auflösung erreicht die seismische Tomographie im Neusser Untergrund?

Die vertikale Auflösung hängt vom Geophonabstand ab. Bei Standardauslagen mit 2 m bis 3 m Abstand können Schichtgrenzen mit einer Genauigkeit von ±0,5 m abgebildet werden. In den heterogenen Auelehmen von Neuss reicht das aus, um Linsen aus Torf oder Mudde mit einer Mächtigkeit ab 1 m zuverlässig zu detektieren.

Mit welchen Kosten muss ich für eine seismische Tomographiemessung in Neuss rechnen?

Die Kosten für eine seismische Tomographiemessung in Neuss liegen je nach Profillänge und Untergrundkomplexität zwischen €2.470 und €5.180. Ein kurzes Profil von 60 m Länge mit reiner Refraktionstomographie ist am unteren Ende angesiedelt, während reflexionsseismische Zusatzauswertungen oder lange Auslagen über 120 m den oberen Bereich bestimmen.

Kann die seismische Tomographie auch im bebauten Innenstadtbereich von Neuss eingesetzt werden?

Ja, das ist möglich. Wir setzen dann einen elektrodynamischen Vibrator anstelle eines Fallgewichts ein, um die Erschütterungsemission zu minimieren. Zudem wird die Messlinie bevorzugt entlang von Straßen oder auf unbefestigten Flächen gelegt. Die Auswertung filtert den Verkehrslärm durch eine längere Stapeldauer heraus.

Welchen Vorteil bietet die seismische Tomographie gegenüber reinen Sondierungen in Neuss?

Sondierungen liefern punktuelle Aufschlüsse. Die Tomographie schließt die Lücken zwischen den Sondierpunkten und zeigt laterale Wechsel, die im Neusser Raum durch mäandrierende Rinnenstrukturen häufig sind. Das reduziert das Risiko, eine verborgene Weichschicht zu übersehen, die zu unerwarteten Setzungen führen kann.

Standort und Servicegebiet

Wir betreuen Projekte in Neuss und Umgebung.

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