Der Minibagger steht auf dem Grundstück, der Fahrer setzt die Schaufel an – und nach etwa anderthalb Metern kommt der erste Farbwechsel im Bodenprofil. In Neuss, wo der Rhein über Jahrtausende Terrassenkanten modelliert hat und die Quartärbasis auf rund 30 Metern Tiefe liegt, entscheidet sich oft in diesen ersten zwei bis drei Metern, ob eine Standardgründung reicht oder ob man mit einem CPT-Versuch die Tragfähigkeit amtlich bestätigen lassen muss. Die Schürfgrube liefert einen direkten Blick auf das, was unter der Grasnarbe oder der alten Bodenplatte liegt: Auffüllungen, Lösslehmbänder, darunter die sandig-kiesigen Rheinterrassen. Kein Modell, keine indirekte Messung – man sieht das Schichtpaket mit eigenen Augen. Genau das macht die Methode bei beengten Verhältnissen in der Neusser Innenstadt oder auf Grundstücken zwischen Reihenhäusern so wertvoll.
Eine Schürfgrube zeigt in zwanzig Minuten, was Bohrprofile über zehn Meter nur erahnen lassen: die wahre Heterogenität des Baugrunds.



