Die DIN 4020 verlangt für jeden Gründungsentwurf eine belastbare Baugrundbeschreibung, und in Neuss führt an den Atterberg-Grenzen kaum ein Weg vorbei. Die Stadt liegt auf den quartären Ablagerungen des Rheins, einem Wechselspiel aus Auelehm, Hochflutlehm und sandigen Kiesen der Niederterrasse. Wer hier ein Bauwerk plant, bekommt es fast immer mit feinkörnigen, bindigen Schichten zu tun, deren Verhalten stark vom Wassergehalt abhängt. Die Bestimmung von Fließ- und Ausrollgrenze nach DIN EN ISO 17892-12 erlaubt uns, den Plastizitätsbereich des Bodens präzise einzugrenzen und daraus die Konsistenzzahl abzuleiten. Diese Kennwerte fließen direkt in die Korngrößenanalyse ein und ergänzen die bodenmechanische Klassifikation, bevor eine Gründungsempfehlung ausgesprochen wird.
Nur wenn Fließ- und Ausrollgrenze am gewachsenen Boden bestimmt werden, lassen sich Setzungsprognosen für bindige Schichten in der Rheinebene verlässlich treffen.



